Über Filmmontage und Entscheidungswillen
Ein Film, zwei völlig unterschiedliche Trailer:
Der internationale Trailer der Tragikomödie „Irina Palm“ aus dem Jahr 2007 betont den tragischen Teil der Geschichte. Er zeigt den todkranken Enkel von Maggie und dessen arbeitslosen Sohn, den sie nicht finanziell unterstützen kann, weswegen sie sich einen Job im Vergnügungsviertel sucht.
Der deutsche Trailer der Tragikomödie „Irina Palm“ aus dem Jahr 2007 hingegen betont den komödiantischen Teil der Geschichte. Er zeigt Maggie auf kreativer Jobsuche wegen ihres todkranken Enkels und begleitet sie dabei, wie sie zur „besten rechten Hand in London“ wird.
Mit Viola Isenbürger, Editorin zahlreicher Kinotrailer und Regisseurin, sprechen wir darüber, wie wichtig es ist, auf einen Aspekt eines Films zu setzen.
Unser Gast
Nach einem Praktikum und einer dreijährigen Festanstellung bei „Das Werk“ in Frankfurt, wo Viola erste Erfahrungen als Editorin mit Werbefilmen und dokumentarischen Arbeiten sammelt (inklusive Fingerübungen im Trailerbereich), entscheidet sich Viola für den Studiengang „Experimentelle Mediengestaltung“ an der damaligen Universität der Künste, heute Hochschule der Künste, in Berlin. In dieser Zeit erhält sie durch einen Zufall die Möglichkeit, einen Trailer für den damals noch unbekannten Film von Wolfgang Becker zu pitchen. Sie gewinnt den Pitch und gestaltet maßgeblich die Werbekampagne sowie den Trailer für den Kinoerfolg „Goodbye Lenin“. (Im Alter von Mitte 20, wohlgemerkt.)
Es folgen Kinotrailerarbeiten für „Agnes und seine Brüder“, „Requiem“, „NVA“ oder „Wer früher stirbt, ist länger tot“.

Man muss sich trauen, Dinge wegzulassen und alles auf eine Karte zu setzen. Trailer-Machen ist nichts für Feiglinge!
– Viola Isenbürger
Mit ihrer Firma Viofilm produziert sie bis heute Trailer und Imagefilme als „one woman show“. Zur Zeit entwickelt Viola ihren ersten eigenen Kinodokumentarfilm, denn, das wissen wir spätestens nach der Podcastfolge, „man muss sich trauen“.
Timeline-Shortcuts

Besprochene Trailer
- Trailer: Liebesleben
- Trailer: Requiem
Lieblingstrailer
- Trailer: Little Children von Mark Woollen
- Trailertipp Mark Woollen: Schindlers Liste von Mark Woollen
- The Shining als Romantic Comedy
Weiterführende Links
Transkript der Folge lesen
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00:03 Sprecher: Heutiges Thema die Filmmontage in Theorie und Praxis.
00:15 Sprecher: Hallo und herzlich Willkommen zu Credit to the Edit, dem Podcast über Filmschnitt. Hier sprechen wir mit Filmeditoren über den Bereichen, in dem sie arbeiten. Wir sind selbst Filmeditoren. Einer dieser Filmeditoren spricht gerade. Das bin ich, Rainer Nigrelli.
00:28 Sprecher: Und der andere, das bin ich, Jan Henrik Pusch.
00:31 Sprecher: Hallo. Hallo Jan Henrik Pusch, Filmeditor. Muss man dich eigentlich dann auch so ansprechen, wenn man dich auf der Straße treffen würde? Oder reicht Jan Henrik Pusch?
00:38 Sprecher: Filmeditor ist aktuell noch kein Titel, sondern einfach nur eine Berufsbezeichnung, würde ich jetzt mal so sagen.
00:44 Sprecher: Okay, wir sprechen jetzt gleich mit Viola Isenbürger über den Bereichen, in dem sie arbeitet. Sie schneidet Kinotrailer. Der eine oder andere Zuhörer mag da denken, Moment, das habt ihr doch schon mal gehabt. Ihr habt doch schon mal eine Kinotrailer-Editorin zu Gast. Das ist völlig korrekt. Wir dachten aber, das könnte sich lohnen, denn Viola schneidet im Gegensatz zu ELA keine Mainstream-Kinotrailer, sondern bedient eher den Arthouse-Kinobereich und ist noch dazu als Freelancerin unterwegs und sozusagen alles in einem Autorin des Kinotrailers als auch Editorin. Und das Interessante bei ihrer Biografie ist, wie sie in den ganzen Bereich reingekommen ist. Sie war ganz jung und darüber hoffentlich sprechen wir dann gleich mit ihr.
01:29 Jan, meine Frage noch an dich, bevor wir loslegen und damit du auch mal was sagst, weil ich gerade so eine Lama-Flasche habe. Was hast du denn mit Mitte 20 gemacht, geschnitten?
01:41 Sprecher: Ja, wie du mich ja immer wieder erinnerst, war ich mit Mitte 20 an der Filmhochschule und habe Kurzfilme geschnitten.
01:48 Sprecher: Ich erinnere dich immer daran?
01:51 Sprecher: Ja, ich habe den Eindruck, ich kriege das immer wieder vorgehalten, auch in diesem Podcast von dir.
01:56 Sprecher: Ja, ich habe das aber auch gemerkt. Das ist jedes Mal, hast du das schon mal gemacht? Und dann antworte ich, ja klar, habe ich auch schon mal gemacht und du sagst, naja, ich war an der Filmhochschule und habe Spielfilme geschnitten. Ja, sorry, es ist halt so, so sind unsere Biografien sehr unterschiedlich.
02:12 Sprecher: Und genau, was man dazu sagen kann, ist tatsächlich für mich, von meinem Gefühl her, ist die, wenn man Trailer von Viola sieht, ist das, glaube ich, nicht so weit von einem Kurzfilm entfernt. Also ich fühle mich doch bei ihren Trailern an Kurzfilme erinnert.
02:30 Sprecher: Gut, diese Folge wird unterstützt von Adobe. Da sagen wir an dieser Stelle nochmal vielen Dank. Ja, dann würde ich sagen, starten wir mal oder?
02:40 Sprecher: Ja, legen wir los.
02:45 Sprecher: Die Filmvorschau ist die Verführerin, die blond gelockte Sirene, die unseren Blick Kokett einfängt und den Magnetismus des Begehrens und des Konsums weckt. Der Schnitteffekt in der Vorschau ist das Weglassen, das nach mehr verlangt. Die Lücke, die uns mit glühenden Augen nach dem geführten Traume verlangen lässt. Aufregend, was würden Sie dazu sagen?
03:14 Viola Isenbürger: Wo habt ihr das her?
03:15 Sprecher: Das ist aus dem Tiefen des Internets. Aber lass uns mal über deine Vita reden. Wenn man bei dir anfängt, dich zu googeln, dann sehe ich bei deiner Filmografie als allerersten Film Goodbye Lenin. Wie kommt es denn dazu? Bist du direkt so groß eingestiegen?
03:31 Viola Isenbürger: Das war ja tatsächlich mein erster Trailer. Also das war war ein Zufall durch eine Empfehlung. Also ich habe studiert. Ja, und gleichzeitig war ich selbstständig als Editurin und hatte immer noch freie Werbejobs. Und hatte ich irgendwie die Chance, ja hier entwickle doch mal ein Konzept. Also ich hatte nur so ganz wenig Information, dass sie irgendwie Schwierigkeiten hatten, den Film zu vermarkten. Und eigentlich wusste ich gar nichts. Und Konzept hieß eigentlich damals auf Papier. Und ich bekam den Film auf VHS und habe dann in meinem WG Zimmer gedacht, ich schreibe jetzt nichts, sondern ich schneide jetzt gleich.
04:12 Sprecher: Du hast auf VHS auch geschnitten.
04:16 Viola Isenbürger: Doch, aber dann Playout eben auf VHS. Und da habe ich wirklich nach einer Musik gesucht, die so total frech und witzig und laut irgendwie so daherkommt. Das war so ein Gitarren Riff aus irgendeinem Song. Ich weiß nicht, es hatte wirklich gar nichts mit dem Film zu tun. Es ging so da. Und dann habe ich gedacht, so ja, darauf titel ich jetzt einfach Die DDR lebt weiter auf 79 Quadratmetern.
04:43 Sprecher: Das ist dieser berühmte Shot dann da in den Bauplan sozusagen.
04:49 Viola Isenbürger: Genau. Und wenn man den Film gesehen hat, ist es ja jetzt nicht eine reine Komödie. Also es hat ja durchaus auch tragische Momente. Und es ist so die Frage, wo legt man den Schwerpunkt drauf? Und ich habe halt gedacht, so wie wäre es, wenn man das wirklich jetzt total auf die Spitze treibt und das so übertreibt, dass es schon wieder lustig ist. Ja, und im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass die damals wirklich, weil die so verzweifelt waren und nicht wussten, wie sie diesen Film vermarkten sollen, haben die wirklich Werbeagenturen beauftragt, eine aus London und eine aus Berlin, um ein Konzept zu entwickeln.
05:24 Sprecher: Und dich oder was?
05:25 Viola Isenbürger: Und mich, ja, das wusste ich aber nicht. Ich war halt eine junge, naive Studentin und ich hatte nichts zu verlieren und hab einfach gedacht, okay, jetzt traust du dich mal was und schlägst dir das einfach mal vor und dann mal gucken, was passiert.
05:40 Sprecher: Das hilft dir wahrscheinlich auch, wenn man einfach nicht weiß und einfach mal drauf los setzt. Und sich auch, dann traut man sich ja wahrscheinlich einfach Dinge, die anders sind, als die eine normale Agentur einfach immer ganz standardmäßig schon macht und man geht ja mit einem ganz anderen Blick da rein.
05:54 Sprecher: Ja, oder wenn man jung ist und einfach macht.
05:58 Viola Isenbürger: Genau, und ich hatte nichts zu verlieren. Und ich habe gedacht, okay, ich probiere es einfach. Und hatte noch im Internet nach Zitaten gesucht von Walter Ulbricht. Da hatte ich noch einen Freund eingeladen. Und wir haben wirklich den ganzen Abend nur gelacht. Und wir hatten so viel Spaß, weil wir uns diese ganzen Dinge angehört haben und dann irgendwann poppte so ein Spruch auf von Walter Ulbricht. Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck aus dem Westen kopieren müssen? Und ich so, ja super, genau das Ding kommt jetzt in den Teaser rein. Und das hat nichts mit dem Film zu tun. Ach so, okay. Ja und die fanden es super und haben es übernommen.
06:33 Weil was hätte mir passieren können? Also sie hätten es ablehnen können. Aber ich hatte einfach nichts zu verlieren und bin auf volles Risiko gegangen.
06:42 Sprecher: Mega. Und dann einfach die komplette Werbekampagne mit Klägen.
06:45 Viola Isenbürger: Genau, und der Teaser hat dann so eingeschlagen, also Wolfgang Becker hat ihn gesehen und der Verleih und die Produktion. Und dann fanden die das echt cool und haben gesagt, ja die wollen mich mal kennenlernen. Wer ist denn das? Wer hat denn das gemacht? Ja, und dann durfte ich den Teaser dann offiziell machen. Und dann ging es weiter mit Trailer, TV-Sports und Klägen. Das gab es, das gab es alles damals noch nicht. Und da war es wirklich so üblich, weil man es nicht anders kannte, dass man den Film geschnitten hat. Und dann, und als der Film dann fertig war, haben die dann gesagt so, ja komm dann mach doch noch einen Trailer hinterher.
07:25 Also haben das oft dann noch die Regisseure mit den Editoren gemacht. Und dementsprechend langweilig waren dann auch die Trailer. Weil das ist auch wirklich so, dass man als Regisseur eines Films oder auch als Editor eines Films nicht den Trailer schneiden sollte, weil man einfach keinen Abstand hat dazu.
07:44 Sprecher: Ja, ich habe auch mal an einem Film mit mitgearbeitet, wo das war, wo dann der Editor das machen sollte mit der Producerin. Und dann kam halt so ein Trailer raus, ich glaube, der war acht Minuten lang. Also Trailer in Anführung, ich kann die Anführungszeichen nicht zeigen.
07:58 Viola Isenbürger: Sie versuchen dann so eine Zusammenfassung der Geschichte zu machen, das hat aber nichts mit Trailern zu tun, das hat aber nichts mit, dass man Leuten Appetit macht auf den Film. Da braucht man wirklich diesen Perspektivwechsel, dass man da komplett noch gar nichts mit dem Projekt zu tun hatte, da ganz neu draufguckt und sich dann überlegt, so warum ist dieser Film jetzt wichtig, was hat der für eine Relevanz? Warum soll ich mir den anschauen?
08:22 Sprecher: Wie näherst du dich denn so einem Film an? Ich weiß nicht, ob man das jetzt genau an dem Beispiel so sagen kann.
08:28 Viola Isenbürger: Also ich schaue den das erste Mal einfach wie ein ganz normaler Zuschauer und denke da erst mal gar nicht an den Trailer, sondern möchte erst mal so ein normales Seherlebnis haben von dem Film. Dann lasse ich das eine Weile sacken und versuche dann eigentlich so ein bisschen schon zu überlegen, was ist eigentlich das Interessante an dem Film? Warum soll ich mir den anschauen?
08:49 Sprecher: Aber es gibt ja auch in so einem Film immer viele Ebenen. Also du hast eben gesagt, bei Goodbye Lenin setzt du dich dann, hast du dich mehr auf diesen humorigen Teil erst mal draufgesetzt und hast das dann auch bedient. Ist das denn etwas, bei dem hast du das jetzt so völlig aus dir heraus entschieden, weil du jung und naiv warst, wenn man so nennen darf? Besprichst du sowas vorher mit dem Auftraggeber oder ist das etwas, wo du dann sagst, das muss so sein?
09:16 Viola Isenbürger: Also es ist schon so, dass man vielleicht so eine grobe Richtung bespricht und vielleicht so ein bisschen Zielgruppe und was betont man, was lässt man weg, aber die Grundidee oder das Konzept, das kommt schon von mir.
09:29 Sprecher: Und wie findest du das, was du erzählen möchtest? Es muss ja immer eine Mischung sein aus dem Film gerecht werden, aber den Film halt auch verkaufen. Also das ist doch immer eine superschwere Entscheidung.
09:39 Viola Isenbürger: Ja, also wenn ich jetzt noch mal da anknüpfe, wie ich an so einem Trailer, dann ist der nächste Schritt, dass ich wirklich Szene für Szene durchgehe, die auch alle beschrifte und wirklich so jedes einzelne Bild, jeden einzelnen Satz mir aufschreibe und so wirklich versuche, die DNA dieses Films zu entschlüsseln. Und da, also je besser du selektierst, desto besser kannst du das komprimieren auf dem Trailer. Und dann ist es eigentlich so, da musst du einfach aussieben und ganz viel weglassen und was ist jetzt der Kern? Was ist die Essenz? Was ist das, was am Ende übrig bleibt? Das ist vielleicht einfach nur eine Botschaft.
10:23 Sprecher: Ich finde, da kommt schon die Frage, irgendwie was muss ein Trailer können? Also was muss ein Trailer machen, damit er gut ist?
10:30 Viola Isenbürger: Ja, also ich finde, er muss sich einfach berühren und muss sich auf eine Art ansprechen, die nicht mit dem Verstand gesteuert ist, sondern die emotional gesteuert ist und dein Unterbewusstsein anspricht. Ja, und das ist wie ein erstes Date. Man macht Lust auf etwas, man macht Versprechungen und da darf man ruhig auch Dinge betonen und andere Sachen weglassen. Also muss man ja nicht gleich erzählen, was man alles für Macken hat. Das macht man ja auch nicht beim ersten Date, sondern man macht neugierig. Man zeigt sich von seiner Schokoladenseite.
10:59 Sprecher: Und wenn man später die Macken herausfindet, dann kann der andere auch darüber hinwegsehen.
11:04 Viola Isenbürger: Genau.
11:04 Sprecher: Tatsächlich, ich habe genau die Situation auch mal gehabt, dass ich einen Trailer für meinen eigenen Film schneiden sollte. Und der ist ziemlich schwierig gewesen. Aber wo ich am meisten Probleme damals hatte, war, dass ich nicht die Musik, keine andere Musik nutzen konnte, sondern nur die Musik, die auch im Film ist. Und wenn ich mir deine Trailer angucke, dann habe ich so den Eindruck, dass das etwas ist, was du sehr häufig machst. Also du hast eben gesagt, du suchst nach der Musik.
11:33 Viola Isenbürger: Oft komme ich damit aus, aber es gibt eben auch Fälle, und das war eben bei Gut bei Lennen so und auch bei Irina Palm, da konnte ich überhaupt nichts mit der Musik anfangen. Da habe ich wirklich auch gesagt, Leute, also wenn ich auf die Musik schneide, dann haben wir hier volles Drama und dann kriege ich hier kein Twist oder keine andere Perspektive auf den Film. Jetzt bei Irina Palm ist es halt dann die Geschichte vom kranken Enkelkind und sie braucht bringt Geld und sie weiß nicht, was sie machen soll. Und das ist alles traurig und deprimierend.
12:07 Sprecher: Und da, bei dem Beispiel, ist es ja so, dass es internationalen Trailer gibt, oder englischen, und deinen Trailer für Deutschland. Und wenn man sie sich anschaut, ist total interessant, dass wir einen haben, der sich komplett aufs Dramatische konzentriert und deinen, der vielmehr auf den Humor geht.
12:23 Viola Isenbürger: Genau, und da war aber wirklich das Entscheidende für mich, oder der Anfang, die Musik. Und die war einfach nicht da. Und dann habe ich recherchiert und war es gefunden, konnte dann aber den Verleih auch überzeugen, dass das absolut die Grundlage ist. Weil die Musik gibt einfach die Stimmung und den Ton vor. Und wir wollten weg von diesem Drama, weil letztendlich ging es ja nur darum, zu vermitteln, sie hat ein Problem, sie braucht Geld. Im jetzigen Trailer ist es einfach...
12:48 Sprecher: Ich glaube, es ist ein Satz am Anfang.
12:50 Viola Isenbürger: Ein Satz am Anfang, genau. Aber ich muss nicht das kranke Kind im Krankenhaus sehen. Ich muss auch nicht den Arzt sehen, der sagt, wie schrecklich alles ist. Dann läuft sie irgendwie durch die Straßen und sieht dieses Schild im Rotlichtmilieu. Ich glaube, Postest gesucht oder so steht da. Und dann sagt er, sie weiß gar nicht, wo sie da eigentlich reingeht. Und dann sagt er irgendwie so, kannst du Männern einen runterholen? Und sie ist halt so eine Hausmutti irgendwie aus einem englischen spießigen Vorort und ist völlig perplex und weiß jetzt überhaupt nicht, was der von ihr will. Und dann nimmt er so ihre Hand und sagt so, du hast aber total zarte Hände und probier's doch mal aus, ja.
13:31 Sprecher: Das ist tatsächlich ja so, dass ich diesen Film nicht gesehen hab. Hab jetzt deinen Trailer gesehen und jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass das einer, der ist ganz schön hoch auf meiner To-Do-Liste, was ich mal gucken möchte. Also den werde ich, glaube ich, ziemlich bald mal gucken. Die beiden Trailer, gab's den Englischen schon bevor du deinen gemacht hast?
13:55 Viola Isenbürger: Den Englischen gab's vorher. Für mich wirkt der so unentschieden. Das ist so nicht Fisch, nicht Fleisch. Man weiß nicht so richtig, was erwartet einen da jetzt. Ist es jetzt mehr Drama oder ist es mehr Komödie? Das war auch eine Vorgabe vom Verleih, dass sie gesagt haben, sie wollen mehr auf...
14:13 Sprecher: Also die waren auch nicht zufrieden, oder was?
14:15 Viola Isenbürger: Genau, den Englischen Trailer gab's ja und die haben gesagt, sie würden gerne was anderes machen für Deutschland. Das Thema so ein bisschen ausklammern und eben mehr auf den Humor. Und dann hab ich mich auch so gefragt, was ist eigentlich das Reizvolle an dem Film? Und das Reizvolle ist halt, dass diese Frau, die man nun überhaupt nicht da erwarten würde, nun in dieses Milieu geht und dann irgendwie zur besten rechten Hand Londons sich entwickelt. Und dann nachher noch stolz drauf ist und im Kaffeekränzchen ihrer Freundin irgendwie erzählen kann, ich bin die Beste, ich bin Irina Palm. Und dann sozusagen da auch, ja, noch so Selbstbewusstsein entwickelt.
14:56 Und das ist das, was mich an dem Film begeistert hat.
14:59 Sprecher: Ich finde aber, das zeigt, was man im Trailer-Schnitt mit einem Film machen kann. Also man kann ihn wirklich als einen humorigen Film darstellen. Man kann ihn aber auch als einen Drama darstellen. Man hat wirklich viele Möglichkeiten. Und da muss man das, wenn ich dich richtig verstehe, immer an der Zielgruppe orientieren, in welche Richtung geht man. Möchte man jetzt irgendwie die Leute, die eher ins Drama wollen oder eher, die auch mal was leichteres haben wollen, wen will man erreichen?
15:26 Sprecher: Jan, ich habe eine Frage an dich. Ja. Kennst du den Film The Shining von Stanley Kubrick? Und kennst du den Trailer, diesen YouTube-Trailer?
15:36 Sprecher: Nee.
15:37 Sprecher: Da haben die eine Sommerkomödie draus gemacht. Und wenn du das guckst, denkst du wirklich, das gucke ich mir an, weil das ist bestimmt total lustig und es ist auch sogar Liebe drin.
15:50 Sprecher: Aber gibt es ja nicht am Ende irgendeinen Schocker, dass man wirklich dann...
15:53 Sprecher: Nee, das ist ein Fan-Trailer. Jemand hat halt absichtlich den Film umgeschnitten auf Romantic Comedy als Trailer.
15:58 Viola Isenbürger: Das funktioniert perfekt. Du glaubst, das ist das Einzige, wo ich so ein bisschen zweifelte, ist der Gesichtsausdruck von seiner Frau, weil der sieht schon leicht panisch aus.
16:06 Sprecher: Ja nein, nur weil du den Film kennst. Du kennst ihn nicht.
16:08 Viola Isenbürger: Aber es funktioniert. Also wenn du den Film nicht kennst, denkst du, das ist eine romantische Promödie. Und das ist übrigens mit allen, also du kannst wirklich jedes Genre bedienen im Training.
16:20 Sprecher: Macht das dir einen Druck auf, diese Möglichkeit alles zu bedienen und denkst du dann manchmal, oh je, wenn ich das jetzt weglasse, denken hinterher die Zuschauer, ich wollte doch was ganz anderes sehen?
16:32 Viola Isenbürger: Nee, das ist genau der Fehler, den man nicht begehen sollte. Man muss echt sich trauen, Dinge wegzulassen und wirklich auf eine Karte zu setzen. Und bei Good Ballenien war es ja auch so, da habe ich den Bogen schon sehr weit überspannt. Da habe ich das ja wirklich so brutal, eigentlich schon fast auf Komödie gesetzt, dass die, die jetzt den Film gemacht haben oder den kennen, die hätten auch sagen können, naja, das ist jetzt aber eigentlich nicht der Film.
17:02 Sprecher: Das hat nichts mit dem Film zu tun. Das hat man ja auch auf diesen Vorwurf. Also entweder der Trailer erzählt alles, ich hab doch jetzt schon alles gesehen, warum muss ich mir den Film jetzt noch angucken oder auch den Vorwurf. Das, was man sich auch selbst fragt, Moment, das war doch jetzt angekündigt als eine große Komödie oder ein großer Actionfilm, aber im Grunde ist der Film sehr langweilig und es passiert nichts. Das gibt es ja auch oft, ne? Und das ist wahrscheinlich auch eine Gratwanderung, weil man muss ganz, ganz mutig sein. Man sollte aber wahrscheinlich dem Film auch in irgendeiner Form gerecht werden, damit eben keine Enttäuschung eintritt.
17:32 Viola Isenbürger: Ja, und da kommt es halt drauf an, ob der Film gut ist. Und ein Trailer muss eigentlich nicht dem Film gerecht werden. Ein Trailer muss nur neugierig machen und muss Lust machen auf den Film. Die Leute sind nicht enttäuscht, wenn sie im Kino waren und sagen, wow, es war jetzt vielleicht nicht immer lustig. Also ich fand es auch mal überstrecken traurig. Aber das ist ja eigentlich das schönste Kinoerlebnis, also wenn es irgendwie diese Mischung ist und man dann trotzdem nicht enttäuscht ist und sagt, hey, es war ein toller Film. Vielleicht hat mich was anderes da reingeloggt in den Film oder neugierig gemacht. Aber ich war trotzdem nicht enttäuscht.
18:08 Und ich empfehle den Film weiter. Und dann wird der Film erfolgreich. Und wenn du halt einen schlechten Film hast, dann loggt der vielleicht die Leute ins Kino, aber dann ist er nach einer Woche tot, weil die Leute dann gemerkt haben, es hat sich nicht gelohnt.
18:23 Sprecher: Rainer hat was gesagt, eben das andere Problem ist, dass man zu viel verrät. Ich finde, ein Beispiel, was du gemacht hast, ein Trailer Requiem, das ist ein Film von Christian Schmied. Genau. Da ist es ja so, dass du sogar am Ende den Exorzismus zeigst, in einer ganz kurzen Einstellung. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe oder richtig verstehe, ist das ja etwas, was ganz am Ende des Films eigentlich erst passiert. Ich finde das sehr spannend, dass du dich an der Stelle draus, das zu zeigen.
18:58 Viola Isenbürger: Ja, ich glaube, wir haben darüber diskutiert, über diese letzte Szene. Ich glaube, ich hatte das von der ersten Fassung auch schon drin. Und dann war der Verleih, ich war nicht sicher. Ich fand aber, diese ganze Spießigkeit in dieser Kleinstadt, das musste man irgendwie brechen. Ich glaube, das kriegt erst dann so ein richtiges Gewicht, wenn du so eine krasse Szene zeigst. Und wenn du wirklich auch zeigst, was machen die da?
19:22 Sprecher: Aber es gab schon eine Diskussion darüber.
19:24 Viola Isenbürger: Es gab eine Diskussion.
19:26 Sprecher: Also war Ursache dieser Diskussion, verraten wir zu viel? Oder war das ein anderer Grund?
19:32 Viola Isenbürger: Nein, es war eher so, das ist zu heftig.
19:34 Sprecher: Das können wir nicht zeigen. Ich komme darauf, weil es gibt doch diesen Filmwissenschaftler, Vinzenz Hediger, der ein Buch über den Trailer geschrieben hat. Und er spricht eben davon, dass ab einer bestimmten Zeit, ich weiß nicht, ab den 80ern oder so, dass es den sogenannten Zweidritteltrailer gibt, ein Trailer, der zwei Drittel des Plots verrät und das letzte Drittel nicht verrät.
19:55 Viola Isenbürger: Ja, ich finde, das ist auch nicht so ein Grundrezept. Also das bestimmt, also bestimmt bei vielen Trailern ist es so, aber man muss doch immer mal wieder was Neues ausprobieren. Und ich kenne das zum Beispiel auch so, dass man ganz oft Bilder oder so Emotionen auch aus einem wirklich letzten Teil, wo nochmal was ganz Dramatisches passiert oder was ganz emotional Positives auch. Aber so ein existenzieller Moment, dass der nochmal oft am Ende des Trailers auch kommt, da gibt es ja oft dann so eine Collage nochmal oder so ein Feuerwerk, wo man nochmal so alles irgendwie zeigt. Und da sind solche Momente, die erzählen ja eigentlich, wenn man sie richtig dosiert, auch nicht zu viel, sondern sie geben einem ja nur eine Idee.
20:44 Sprecher: Du hast eben gesagt, man darf nicht, ihr wollt nicht den Film wieder erzählen, sondern ihr wollt ja nur Appetit machen. Aber wie beeinflusst denn die Art, wie der Film geschnitten ist, deine Arbeit, also am Trailer?
20:57 Viola Isenbürger: Gar nicht.
20:58 Sprecher: Weil ich finde, bei dir ist es ja sehr so, wenn ich mir deine Trailer angucke, die sind sehr, oft habe ich den Eindruck, dass die Stimmung des Filmes, also dein Trailer ist in der Stimmung sehr ähnlich mit dem Film. Und das finde ich, das hat ja auch was mit dem Schnitt zu tun.
21:13 Sprecher: Ich hatte auch den Eindruck, dass ganz interessant, dass du das sagst, mit der Stimmung des Films, weil ich hatte mir irgendwo aufgeschrieben, so Erinnerungsbilder sind das. Also so ein bisschen wie, wenn ich den Film gesehen habe und mich so dran erinnere, so kommen mir die Trailer vor.
21:26 Viola Isenbürger: Also die Stimmung mit Sicherheit, ja, das glaube ich auch. Aber im Trailer baue ich ja eine komplett neue Dramaturgie und versuche diese Stimmung irgendwie zu konformieren auf diese Essenz. Und das sind manchmal nur Bilder und Musik. Zum Beispiel Liebesleben ist auch so ein Trailer. Das erste Bild ist das Rauschen des Windes. Man merkt, da ist was in Bewegung. Da kommen jetzt verschiedene Gefühlturbulenzen auf mich zu. Also der Wind wird stärker. Man sieht die Stadt Jerusalem, die ja sowieso wie so ein Pulverfass ist, weil da ständig was passieren kann. Und dann baut sich der Trailer langsam so auf. Und es ist wie so ein Sog. Man sieht ein Hochzeitsbild.
22:12 Dann kommt ein Unbekannter der Familie aus dem Ausland zurück. Und diese Frau, die eigentlich frisch verheiratet ist und glücklich ist und gerade in eine neue Wohnung gezogen ist mit ihrem Mann, verliebt sich in diesen Fremden und weiß nicht warum. Und der Trailer zieht dich so immer weiter in diesen Sog rein, der auch was Bedrohliches hat.
22:32 Sprecher: Das ist aber tatsächlich das, was ich so meine. Ich habe den Eindruck, bei diesem Trailer, ohne den Film gesehen zu haben, dass du Mittel verwendest, wo ich glaube, dass der Film, die auch so verwenden wirst, um diesen Sog zu erzeugen, um dran zu sein. Und deshalb weiß ich als Zuschauer, was da auf mich zukommt. Also ich habe das Gefühl, ich weiß, was auf mich zukommen wird in diesem Film. Und wenn ich deine Trailer sehe, habe ich den Eindruck, ich weiß schon ein bisschen, in welche Richtung dieser Film auch gehen wird.
23:06 Viola Isenbürger: Ja, das stimmt, aber eben nicht so komprimiert und nicht so direkt. Also du wirst es im Film auch spüren, aber nicht in der Essenz.
23:17 Sprecher: Er hat einfach eine längere Zeit. Er baut es ja länger auf und geht noch ein Stück weiter.
23:20 Viola Isenbürger: Genau, und ich glaube, es wirkt auch anders. Im Trailer hast du ja nicht viel Zeit und du musst wirklich in den ersten Sekunden den Zuschauer fesseln. Da ist ja auch zum Beispiel ganz am Anfang steht dieser Satz, Liebe macht nicht blind, sondern Sehend. Das ist dann eigentlich so diese Essenz oder der Claim, auf die ich es reduzieren würde. Und wenn ich das mal gefunden habe, dann baut sich darauf der Trailer auf. Ich finde, also Trailer machen ist nichts für Feiglinge. Wenn man nichts riskiert, dann kann man auch nichts gewinnen. Es gibt so einen schönen Satz, Great things never come from comfort zones. Sondern das passiert erst, wenn man die Komfortzone verlässt.
24:07 Dann kann Magisches passieren. Aber dazu muss man sich eben was trauen und muss auch ein gewisses Risiko eingehen.
24:14 Sprecher: Viola, was ist denn eigentlich dein Lieblingstrailer?
24:24 Viola Isenbürger: Trailer, es gibt mehrere, aber einer, der mich wirklich begeistert hat, war Little Children. Weil er völlig ohne Musik auskommt und eigentlich nur den Ton eines anfahrenden Zuges benutzt, der immer näher kommt und auch sehr viel mit Geräuschen arbeitet. Der Schnitt wird immer schneller, je schneller der Zug anrollt, bis der Zug vorbei rauscht. Das erschlägt dich ja dann so. Eigentlich sind es relativ wenige Worte, aber es sind eben wahnsinnig starke Bilder und eben dieser ankommende Zug, der dann an dir vorbei rauscht. Das hat mich sehr begeistert damals. Das ist auch ein reiner Stimmungstrailer. Der erzählt eigentlich gar nichts von der Geschichte. Ich bin da irgendwie durch Zufall drauf gestoßen und war total begeistert.
25:17 Jetzt habe ich auch ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass eigentlich fast alle Trailer, die ich gut finde, aus der gleichen Feder kommen. Das ist Mark Wullen aus LA.
25:33 Sprecher: Den kennt man, oder? Das ist der Trailer.
25:35 Sprecher: Das war der erste, wo wir überlegt haben, ob wir den anrufen, ob er mit uns einen Podcast macht.
25:41 Viola Isenbürger: Wirklich?
25:41 Sprecher: Der hat, glaube ich, auch eine Firma, und die heißt irgendwie so etwas wie Mark Wullen & Ant. Und die anderen sozusagen. Das ist so lustig, wenn man sagen würde, Jan Henrik Pusch, ich. Und die anderen. Und noch so ein paar andere. Das wäre ein toller Firmenname.
26:02 Viola Isenbürger: Und der ist auch so jemand, der wirklich sehr auf Risiko geht, glaube ich. Ich glaube, sein erster Trailer war Schindlers Liste.
26:08 Sprecher: Genau, das war doch die Geschichte, wo er und andere einen Trailer machen mussten.
26:13 Sprecher: Genau, ähnliche Geschichte wie bei dir.
26:15 Viola Isenbürger: Er war einer von vielen Editoren im Studio. Und alle sollten irgendwie mal einen Entwurf machen. Und er war der einzige, der nur Musik und Bilder hatte. Und glaube ich zwei Sätze. Das ist eben das, was wirkt. Wenn du dich angesprochen fühlst, ohne es zu merken. Du kannst dich gar nicht dagegen wehren. Du bist so berührt, da ist irgendeine Verbindung. Die kann man auch nicht erklären, sondern die ist einfach da. Das macht es dann aus. Das geht meistens über Musik und Bilder. Und dann natürlich auch über die Geschichte. Aber das ist nicht vordergründig.
26:52 Sprecher: Viola, nächste Kategorie. Du warst mal in LA und hast dort gearbeitet.
27:02 Viola Isenbürger: Genau.
27:03 Sprecher: Und für uns ist natürlich die Frage, hast du da Trailer gemacht?
27:07 Viola Isenbürger: Das war nach meinem Studium 2006. Da war ich fertig an der UDK, habe einen Dokumentarfilm gemacht und war eigentlich sehr erfolgreich als Trailer-Editorin. Und dann dachte ich, ich muss jetzt doch mal irgendwie ins Mekka der Filmindustrie und mir das mal anschauen. Ein Anknüpfungspunkt hatte ich von einer Firma, die es auch in Berlin gab damals, Elektrofilm. Und die hatten eine Dependance in LA. Und da habe ich dann angeklopft und mich vorgestellt und haben mich dann auch direkt übernommen. Also ich kam da eigentlich hin ohne Zimmer, ohne Job und ohne Auto und habe innerhalb von zwei Wochen irgendwie das alles organisiert. Es war schon ein bisschen abenteuerlich, aber genau.
27:54 Und dann habe ich doch noch ein bisschen die Fühle ausgestreckt. Und in Santa Monica gibt es halt diese Trailer-Boutiquen. Das sind so kleine Mini-Agenturen, die eben Konzeptentwicklung und Trailer und sowas alles aus einer Hand machen. Und da hatte ich mich schon am Anfang beworben. Und dann hieß es aber, ja, sie haben keinen Bedarf, aber sie behalten mal irgendwie meinen Kontakt, falls irgendwie was reinkommt. Und dann tatsächlich nach irgendwie drei Monaten oder so kam ich einen Anruf so, ja, wir hätten jetzt einen Trailer für dich. Ist okay, cool. Dann fahre ich da jetzt irgendwie nach meinem Arbeitstag bei Elektrofilm, bin ich dann da hingefahren und habe da die Nachtschicht gemacht und habe einen Trailer für einen Horrorfilm gemacht.
28:39 Der hieß irgendwie The Ice Spiders mit irgendwie Riesen-Spinnen-Überfallen, irgendwie ein Ferienlager. Ja, das wird richtig gruselig und richtig trashig und so richtig schöner Horrorfilm. Und ich konnte so aus der ganzen Effektkiste greifen und alle Soundeffekte abfeuern und noch hier ein Titel und da noch eine Animation und hier noch eine Voice-over. Und das hat auch mal Spaß gemacht. Ja, also ich glaube, wenn ich das jetzt jeden Tag machen würde, dann wäre es irgendwann langweilig, weil das ist, glaube ich, dann doch immer derselbe Handwerkskasten, aus dem man sich so bedient, aber so als Abwechslung, fand ich es echt lustig und hat mir echt Spaß gemacht. Also ich habe dann da so, glaube ich, knapp eine Woche immer die Abende da verbracht in einem Studio und war da auch immer ganz allein.
29:35 Sprecher: Also als Tipp von uns an dich für deine Vita, du musst natürlich neben den Hans-Christian Schmied-Trailern auch Eisballers auflisten, ist ja völlig klar. Wo ist der denn bitte schön?
29:47 Viola Isenbürger: Okay, mach ich.
29:48 Sprecher: Viola, vielen, vielen Dank für das Gespräch. Es war ganz toll, was wir oder was ich mir vor allen Dingen jetzt mitnehme. Ich weiß nicht, ob Jan mutig ist, aber ich muss mutiger werden. Ich glaube, das ist schon mal ein guter Tipp, oder?
30:01 Viola Isenbürger: Ja, auf jeden Fall.
30:03 Sprecher: Wir nehmen dich auf jeden Fall sehr gerne an.
30:06 Viola Isenbürger: Und das ist eigentlich bei allem so. Also nicht nur beim Filmemachen.
30:09 Sprecher: Mutig sein, frech sein, vielleicht auch mal Dinge wagen und sich entscheiden. So habe ich das immer für mich.
30:15 Viola Isenbürger: Sich entscheiden und die Komfortzone verlassen.
30:22 Sprecher: Wir haben gesehen, die Filmvorschau ist das Werkzeug der Manipulation. Daher wird in dieser Stelle der Hanfechtssequenz auf dem geteerten Schindeldach der Schnitt mit absoluter Präzision ausgeführt.
30:35 Sprecher: Das finde ich immer sehr lustig, diesen Jingle, dass das so abgeschnitten ist. Ja, mutig sein und sich entscheiden, das würde ich mir jetzt so mitnehmen aus dem Gespräch.
30:45 Sprecher: Ja, und einfach mal ins kalte Wasser springen und mit Freunden abends zu besprechen, was man noch alles mit in den Film packen kann. Das nehmen wir so mit.
30:59 Sprecher: Das nehmen wir so mit.
31:00 Sprecher: Was können wir noch zu Viola sagen? Sie macht ja nicht nur Trailer, sondern auch Imagefilme und entwickelt einen eigenen Dokumentarfilm. Das Ganze könnte man sich auf ihrer Webseite viofilm.com nochmal genauer angucken.
31:15 Sprecher: Genau. Und wir haben die ganzen Infos auch natürlich versammelt in den Show Notes. Da könnt ihr auch etwas noch mehr zu Viola lesen. Genauso wie eine Timeline, die wir auf der Webseite von ihr exemplarisch zeigen. Da könnt ihr schauen, wie Viola so schneidet. Guckt da gerne mal rein.
31:33 Sprecher: Und vielen Dank von unserer Seite an Adobe, die uns bei dieser Folge unterstützt haben.
31:38 Sprecher: Wenn ihr Fragen habt, Anregungen oder Feedback, schreibt uns gerne eine E-Mail. Geht auf unsere Webseite credit to the edit.de oder schaut auf Instagram vorbei. Abonnieren könnt ihr uns auf iTunes, Spotify, Google Podcasts. Ja, macht das. Das finden wir. Dufte.
31:56 Sprecher: Dann würde ich sagen, bis zum nächsten Mal.
31:59 Sprecher: Bis zum nächsten Mal.
32:00 Sprecher: Sie haben gesehen, Filmschnitt ist also gar nicht zu kompliziert. Und denken Sie immer daran, totalen sechs bis acht Sekunden stehen lassen, Nahaufnahmen vier bis sechs Sekunden und Großaufnahmen nur etwa für drei bis vier Sekunden.




